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von Izabella Ewa Cech 9. Januar 2012

Streit um Gesundheit

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Streit um Gesundheit
Zwischen dem polnischen Gesundheitsminister Bartosz Arlukowicz und der Ärztekammer wird der Streit um die Rezepte und die Zuzahlungen zu den Medikamenten immer härter geführt. Der Premierminister Donald Tusk hat eine Lösung für den Streit gefunden. Wie immer werden dafür Unternehmen bezahlen müssen, aber von Anfang an.

Mit der Gesetzverabschiedung über die Zuzahlung bei den Medikamenten im Juni 2011 hat, noch als SLD-Abgebordneter, Arlukowicz den Gesetzentwurf und das Gesetz heftig kritisiert.

Nach dem er die Seiten gewechselt hat und die PO zusammen mit Donald Tusk den SdPI Nowa Lewica-Abgeordneten Arlukowicz gekauft hat, ist er als Gesundheitsminister für die Gesetzänderungen und steht hinter dem Gesetz über die Zuzahlungen für Medikamente.

Nach dem Gesetz werden die Ärzte alleine zur Haftung gezogen, wenn sie an falsche Person ein Medikament mit der Zuzahlung verschreiben. Die Form der Rezeptvordrucke und Schriftweise wurde ebenfalls von der PO-Regierung den Ärzten vorgeschrieben.

Zwar sind die polnischen Ärzte keine armen Leute, obwohl sie so tun und wollen auf keinen Fall zur Haftung herangezogen werden. Eigentlich hat jeder vor den Ärzten Angst. Weder das Finanzamt noch andere Behörden werden den Arzt in Polen überprüfen, weil sie wie sie selbst sagen, wir haben auch Familien, Kinder und wir können ja auch mal krank werden. Nur in wenigen Fällen, bei einem Beweis von Bestechung oder Schmiergeldern, werden sie gesetzlich verfolgt.

Diesmal haben die Ärzte recht. Warum sollten sie für schlecht vorbereitete Vorschriften zur Haftung gezogen werden, wenn die Regierung erneut versagt hat. Seit Januar stellen viele Ärzte die Rezepte mit einem Stempel „Zuzahlung zur Entscheidung von der Krankenkasse“ aus.

Sowohl der Gesundheitsminister als auch der Premierminister Donald Tusk wollen den Streit beenden und den Patienten die Mühe und Probleme ersparen. Leider wurde nicht mehr außer ein paar Gesprächen getan, aber der polnische Premierminister, der wie ein Diktator sich gibt, hat beschlossen, dass die Kosten die Arbeitgeber tragen sollen. Besonders wenn im Gesundheitssystem in den Karteien der NFZ (Krankenkasse) Unordnung herrscht und keine vollständigen Daten der Versicherten eingetragen wurden. Der Gesetzentwurf soll vorbereitet werden.

Sollte sich herausstellen, dass der Patient mit der Zuzahlung zu den Medikamenten nicht mehr im Betrieb arbeitet und das bei der Krankenkasse nicht vermerkt ist, soll dies der Arbeitgeber bezahlen. Das Internetsystem „Platnik“, über den nur die Kontakte mit dem Versicherungsanstalt und NFZ-Krankenkassen stattfinden, dürfte auch viele Systemfehler haben und dadurch zu Verfälschung der Daten bei der Übertragung kommt, hat der Premierminister noch nicht bemerkt.

Schade, dass die Vorschriften von einer Seite zur Vereinfachung führen sollten und alle Bemühungen von dem Wirtschaftsminister Pawlak dazu führen, das Leben der Unternehmen leichter (heißt komplizierter) zu gestalten, greift der Premierminister auch noch ein und will die Unternehmen wieder hart bestrafen. Dann ist es kein Wunder, dass nach den Angaben von der ZUS- Versicherungsanstalt immer weniger neue Unternehmen gegründet werden. Solange nur Unternehmen bezahlen dürfen, gibt es keinen Spaß für das Unternehmertum.

Der Streit um Rezepte geht weiter und die Ärzte verlangen eindeutige und konkrete Lösungen gegen das Problem. Leider werden die nicht so schnell gefunden und die Lösungen heißen immer mehr Bürokratie zu schaffen, statt abzubauen. Nur preiswertere Medikamente und der bessere Zugang zu den Medikamenten kann die Lage retten.

Nicht jeder Patient kann sich teure Medikamente leisten, aber wer kann sich jetzt einen Arzt in Polen leisten? Nicht die normalen Patienten, nur Privatpatienten mit guten Einkommen können es bezahlen. Für die ist es so wie so egal, ob sie vollbezahlt, mit Zuzahlung oder frei an die Medikamenten kommen. Der Medikamentenmarkt wird in Polen auf ca. 7 Mrd. PLN geschätzt. Um so einen Markt lohnt es sich zu kämpfen. Die Frage ist nur, wer gewinnt und wer verliert?

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Polen News
Ausgabe Nr.2 (114) vom 9. Januar 2012
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