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Die tatsächlichen Schulden liegen viel höher

von Ewa Kamińska 12. Juli 2010
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Die tatsächlichen Schulden liegen viel höher

Die offizielle Staatsverschuldung lag in April bei 644 Mrd. PLN (ca. 161 Mrd. €). Das bedeutet ein Pole hat statistisch 17 000 PLN (4250€) Schulden. Die Staatsverschuldung liegt schon fast bei 50% des polnischen BIPs. Und das ist noch nicht alles. Das sind die offiziellen Zahlen, die aus diesem Jahr stammen.

Die Analytiker der polnischen Zentralbank NBP haben die Schulden aus einer anderen Perspektiven betrachtet. Im Laufe der Zeit wurden die Beiträge an das Rentensystem gesenkt, die Staatskasse schuldet noch die Zahlungen aus dem Gesundheitssystem, die Zahlungen, die an die Krankenhäuser und andere Einrichtungen noch nicht getätigt oder einfach gestoppt wurden.

Diese verdeckte Zahlungen und Forderungen wurden von dem Analytiker der polnischen Nationalbank NBP Janusz Jablonski berechnet. Nach seiner Berechnungen sollte Polen zu den offiziellen Schulden auch die verdeckte Verschuldung in der Höhe von 180% des BIPs zurechnen. Zwar gibt Jablonski zu, es könnte ein Berechnungsrisiko bestehen, jedoch das Ergebnis ist eindeutig. Auf längere Zeit kann es nicht so weitergehen und die öffentlichen Finanzen sind bedroht. Eine stabile Lage der öffentlichen Finanzen wird erwartet. Wenn das diesjährige BIP in Polen bei ca. 1,35 Billionen PLN geschätzt wird und die Staatsverschuldung bei 3 Billionen PLN liegen wird kann man schon rechnen, dass statistisch jeder Pole zusätzlich eine verdeckte Schuld von 80 000 PLN (ca. 20 000 €) besitzt, der einen zweijährigen Jahresverdienst überschreitet.

Schon seit einiger Zeit rufen alle Finanzwissenschaftler in Polen die Regierung dazu auf Ordnung mit den öffentlichen Finanzen zu machen. Wenn Polen nicht mehr tun wird, könnte ein zweites Griechenlandproblem entstehen. Der jetziger Präsident von der NBP Marek Belka drängt dazu Stabilität in die öffentlichen Finanzen zu bringen.

Das Reformpaket der Regierung soll diese Stabilität bringen, aber zur Zeit müssen Polen damit rechnen ihren zweijährige Verdienst zu opfern, um die Staatsverschuldung gering zu halten.

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Ausgabe Nr.2 (114) vom 9. Januar 2012
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