Die Generaldirektion für Straßen und Autobahnen GDDKiA hat die Aufklärungsaktion ein opferfreies Wochenende am Montag den 9. August zusammengefasst.
Über 60 000 Fahrer haben sich der Aktion angeschlossen. Man kann sagen nur 60 000 bei Millionen von zugelassenen Wagen, die polnische Straßen kreuz und quer befahren. Vom 6. - 8.August sollte ein Wochenende ohne Opfer sein. Es sollte, hat aber nicht viel gebracht.
Alleine an diesem „Wochenende ohne Opfer“ sind 44 Personen auf den polnischen Straßen ums Leben gekommen. In 308 Verkehrsunfällen wurden 542 Personen verletzt. Darunter waren auch wieder betrunkene Fahrer. Die Polizei hat 1697 betrunkene Fahrer alleine an diesem Wochenende gesichtet und das nicht ohne Folgen.
Fahren Polen wirklich so gefährlich? Es scheint so zu sein. Zu einem der schlimmsten Verkehrsunfälle, bei dem drei junge Menschen (2 Geschwister und deren Kusine) ihr Leben lassen mussten, passierte gerade am 9. August um ca. 6 Uhr morgens. Ein Personenwagen Renault Megane, besetzt mit drei jungen Menschen, ist es zu einer Kollision mit einem LKW gekommen. Der Renault stand sofort im Flammen. Die drei Personen verbrannten bei lebendigen Leibe. Dass die Eltern ihre Kinder verloren haben ist schon eine schreckliche Sache, aber dass keiner der vorbeifahrenden Fahrzeuge angehalten hat, um dem LKW-Fahrer mitzuhelfen die Opfer aus dem brennenden Wagen zu befreien, ist das schlimmste was passieren könnte. Der LKW-Fahrer konnte ein Opfer aus dem Wagen befreien, das wenig später trotz Reanimation verstarb. Für die beiden Anderen kam jede Hilfe zu spät. Hätten die Menschen angehalten und geholfen, würden die Opfer eventuell noch leben.
Es ist noch nicht die Woche vergangen und gleich danach meldet die Polizei den nächsten Unfall mit jungen Menschen. Ein Bus mit Kindern an Bord ist mit einem Baum zusammengestoßen. Einige Kinder mussten ins Krankenhaus gebracht werden, andere konnte die Reise fortsetzten. Man könnte viele solche Beispiele nennen. Die meisten sind auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen. Würde sich die polnische Polizei nur eine Stunde auf den Autobahnen hinstellen, dort wo die Baustellen oder Geschwindigkeitsbeschränkungen gelten und 1 000 PLN pro zu schnell fahrenden Wagen kassieren, könnten sie mindestens mit 100 000 PLN nach Hause fahren. In 10 Tagen hätten sie schon eine Million PLN pro geschwindigkeitsbeschränkten Bereich auf der Autobahn. Geld das der Haushalt dringend braucht. Dann braucht die Regierung keine Mehrwertsteuererhöhungen. Einige solche Stellen und die Polizei kommt mit über einem Million am Tag nach Hause, da die Autobahn dem Staat gehört würden die Bußgelder zwischen Polizei und dem Staat geteilt. Beide Seiten hätten Gewinn gemacht und vielleicht wären die polnischen Straßen sicherer als bisher.
Das Wochenende ohne Opfer ist eine sehr gute Idee, aber vielleicht härtere Strafen, damit die Autofahrer tiefer in die Taschen müssen, dann könnte man eventuell die „Rennfahrer der polnischen Straßen“ zur Vorsicht bringen und ein wenig bremsen.
Mehr Vernunft bei Fahren sollte vielleicht das Motto der nächsten Aktionen sein. Dass so viele Unfälle passieren, daran sind wir alle indirekt schuld. Die LKW-Fahrer müssen die Ware am schnellsten zu den Abnehmern bringen. Dabei interessiert es den Käufer nicht, dass bestimmte Kilometer in einer bestimmter Zeit zu fahren sind. Die LKW-Fahrer tragen auch Schuld, da sie wie Löwen auf den Straßen allen zeigen wollen, dass sie die Straßenkönig sind. Die jungen Autofahrer, die im Kubica- Rausch unbedingt allen zeigen wollen, wie gut sie fahren. Oft mit schrecklichen Folgen.
Am Samstag den 14. August wurden die jungen Menschen beigesetzt. Zum letzten Abschied kamen hunderte Menschen. Freunde reisten aus der ganzen Welt an. Kanada, USA, Deutschland, Österreich, Ungarn, Slowakei und ganz Polen. Alle haben sich gefragt warum?
Vielleicht auch wenn man mit ausländischen Kennzeichen auf den polnischen Straßen fährt, könnte man das Gaspedal ein bisschen vergessen und sich Zeit nehmen statt zu rasen. Dann kommen wir ohne Opfer bestimmt ans Ziel.
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Foto GDDKiA