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Kampf ums Geld

von dr Izabella Ewa Cech, 18. Februar 2009
Achtung: Dieser Artikel wurde von mehr als 6 Monaten veröffentlicht.
Kampf ums Geld

Die Krise sammelt langsam ihre Opfer. Zuerst der Zloty, der sich gegen Spekulanten nicht verteidigen kann und danach noch der Kampf der Banken ihre Verluste und schlechte Finanzpolitik durch Unternehmergelder zu ersetzen, um diese bis zu aufs letzten Hemd auszuziehen. Die Banken gehen auch davon aus: “Das letzte Hemd hat keine Taschen!“ Viele Unternehmen stehen durch Valutaoptionen vor der Pleite, hinein getrieben durch Banken, die diese Optionen angeboten, verkauft und beraten haben.  Die Banken wollen dadurch ihre Verluste aus den Immobiliengeschäften ausgleichen.

Jeden Tag schreibt die polnische Presse über die Lage der Unternehmen, die auf diesen alten Trick der Geldabzocker reingefallen sind. Doch schon im Jahre 2007 haben die Wirtschaftswissenschaftler gewarnt, dass die Krise vor der Tür steht und bald ausbricht. Haben das die Banken nicht gewusst oder nur so getan ,als ob und haben auch bei diesen Spekulationen mitgeholfen?

Der polnische Zloty steht jetzt vor einer schwierigen Prüfung. Wie weit kann er noch runtergehen? Und die Regierung?  Die schaut zuerst und überlegt dann weitere Schritte. Am 17. Februar hat der Premierminister Donald Tusk angekündigt, erst wenn der Euro bei 5 Zloty steht, wird die Regierung intervenieren. Ist es nicht riskant dem Gegner seine Taktik offen zu legen?   Nach dem Auftritt des Premierministers Tusk schwankte Tauschkurs Zloty zu Euro sehr stark. Zuerst lag der Euro bei 4,85 PLN um gleich danach auf 4,92 PLN zu gehen. Die polnische Regierung besitzt auf den Konten der polnischen Nationalbank über 3,2 Mrd. Euro, die in Rahmen der EU- Fonds nach Polen geflossen sind. Der polnische Wirtschaftsminister Waldemar Pawlak wollte die Valutaoptionsverträge gesetzlich für ungültig erklären, aber stieß auf großen Widerstand seiner Regierungskollegen. Als Begründung der Vertragsungültigkeit gab er mangelhafte oder unvollständige Informationen über Valutaoptionen und deren damit verbundenen Risiken an. Leider wird diese Idee nicht umsetzbar sein und die polnische Regierung kann nur die Lage beobachten und den Unternehmen beratend helfen.  Der Schaden ist noch nicht ganz genau bekannt, heute wird auf ca. 40 Mrd. PLN geschätzt. Aber es könnte noch viel mehr sein.

Die Banken sind wie immer unschuldig und beraten weiter ihre Produkte zu kaufen. Das Kuriosum dabei ist, dass auch 70-jährigen Personen von die Banken unbedingt in die Kreditfalle gelockt werden sollen und die Banken betreiben  dabei Stalking mit ständigen Anrufen. Die Bankberater müssen so viele Bankprodukte wie möglich an den Mann/ die Frau bringen. Zuerst waren es Valutaoptionen und jetzt sind es Krediten für ältere Menschen. Seit über einem Monat rufen ständig unterschiedlichen Banken wie ING, Deutsche Bank oder Citybank bei der 68-jähriger Renata aus einer kleinen Stadt in Niederschlesien an, die einen Kredit los werden wollen. Obwohl die Bitte bestand, nicht mehr anzurufen, belästigen sie die ältere Dame weiterhin, damit sie ihr Haus als Hypothek  an die Bank überschreibt. Die gleichen Methoden haben die Banken auch bei Unternehmen ausgeübt und wie man sieht mit großem Erfolg. Vielen der Unternehmen, die mit dem Ausland Geschäfte machen, sind  in die Falle getappt und müssen jetzt dafür kräftig bezahlen.

Die Rechnung ist ganz einfach. Vielen von diesen Optionen mit den Banken wurden im Jahre 2008 abgeschlossen, als der Zloty noch stark war. Bei wachsendem Zlotykurs haben die Banken die sog. Analysen gefertigt, mit denen die Unternehmen überzeugt wurden diese Optionen zu wählen und die ungünstigen  Verträge zu unterschreiben. Jetzt müssen sie dafür einen teuren Preis bezahlen. Die Banken verlangen das Geld für die Differenz des Eurokurses zu Zloty nach dem im 2008 abgeschlossenen Vertrag. Jetzt spekulieren die gleichen Analytikern, die früher schon Zloty Analysen vorbereitet haben, über die Zukunft der Zloty Währung. Ohne starke Intervention der polnischen Regierung werden die Spekulanten weiter mit der polnischen Währung spielen, die Firmen werden ihre Zahlungsfähigkeit verlieren und Leute entlassen, aber die Banken überleben jede Krise, erst recht,  wenn sie vom Staat unterstützt werden.

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