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Wirtschaft / Aktuelles
von Björn Hensel, Ewa Kamińska 8. Juni 2009

Scheinbares Wachstum oder wieder ein politisches Spiel auf dem Rücken der unschuldigen Kinder?

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Scheinbares Wachstum oder wieder ein politisches Spiel auf dem Rücken der unschuldigen Kinder?

Polen eine der stärksten Wirtschafskräfte in Europa und das verdankt es nicht dem Mangel an Krise oder zuverlässigen Banken, sondern der eigenen sog. Finanzmöglichkeiten. Wenn man sparen muss, beginnt man in Polen immer zuerst bei Bildung oder Wissenschaft und Forschung. Andere Bereiche sind immer gut versorgt. Auf Kosten der Steuerzahler wurden u.a. die Werften und Gewerkschaften gut bezahlt, jedoch die Ausbildung in Polen lässt noch viel zu wünschen übrig.

Die neuste Idee von Tusks Regierung ist, die polnischen Schulen im Ausland bei den Botschaften zu schließen. Warum? Weil Polen in der EU ist und man solche Schulen nicht braucht. Aber für wenn sind die Schulen gedacht? Die Idee polnische Schulen bei der Botschaften zu eröffnen stammt zwar noch aus kommunistischen Zeiten, aber auch im vorkriegs und nationalsozialistischen Berlin, waren noch bis zu dem Jahr 1937 10 polnische Schule offiziell angemeldet. Nach dem zweitem Weltkrieg hat die polnische kommunistische Regierung den Kindern u.a. in der DDR ermöglicht, das polnische Bildungssystem fortzusetzen, damit die Kinder der entsendeten Arbeitnehmer keine Probleme in der Schule haben, nach der Rückkehr nach Polen.

Am Freitag den 5. Juni 2009 hat der polnische Vizeminister des Bildungsministeriums  Krzysztof Stanowski mitgeteilt, falls wir keine Finanzmittel finden, schließen wir einige der weltweiten 76 Schulen, mit ca. 12.000 Schülern, darunter 1.000 Lyzeaten. Betroffen wären unter anderem das Lyzeum und die Ganztagschulen in Athen (1508 polnische Schüler, davon 88 Lyzeaten) und Moskau. Auch die Schulen in Berlin und Wien wären von dieser Entscheidung betroffen. Das Lyzeum soll geschlossen werden und die Kinder sollen, falls sie es wollen, mit der neuen Methode e-learning ausgebildet werden oder an Sonntagsschulen bei der Kirche teilnehmen.

Was ist ein Lyzeum in Polen? Das polnische Bildungssystem besteht aus drei Säulen – Grundschule – 6 Jahre, Gymnasium 3 Jahre und danach können die Schüler  die dritte Säule entweder den beruflichen Weg nehmen -Technikum (4 jährige Oberschule mit Abitur und einen Berufsabschluss ) bzw. Berufsschulen oder  das Lyzeum, als allgemein bildende Oberschule 3 Jahre, mit dem Abschluß Abitur.

Sowohl Kinder als auch Eltern sind unzufrieden mit dieser Lösung. Viele Eltern haben ihre Kinder ins Ausland zur Schule geschickt, weil sie wussten, dass ihre Kinder parallel ihre Ausbildung neben der Auslandschule, auch in der polnischen Schule bei der Botschaft machen. Viele haben auch ihren Arbeitsentscheidungen anhand der Schule getroffen. Jetzt ist die zweifache Ausbildung der Kinder in Gefahr. PO hat scheinbar vergessen, dass an ihrem Wahlgewinn, auch die Auslandspolen beteiligt waren. In zwei Jahren könnte jemand anderer diese Stimmen bekommen und zwar dieser, der die Schulen so erhält, wie sie sind.   Heut zu Tage besuchen die Schulen nicht nur Botschaftsangehörige, sondern auch Kinder entsendeter Mitarbeiter, aber auch im Ausland ansässigen Polen, die den Kontakt mit der eigenen Sprache und Kultur nicht verlieren wollen und Polnisch nicht als Fremdsprache, sondern als Muttersprache zusätzlich lernen möchten.

Zur Erinnerung , deutsche Bürger in Polen können ihre Kinder zur deutschen Schule in Warschau schicken, die nach dem deutschen Schulsystem unterrichtet und keiner will diese Schule schließen und braucht sie zu schließen.

Viele der polnischen Kinder, die im Alter von 16 -18 Jahren nach Deutschland kamen, weil die Eltern eine Arbeitsstelle bekommen haben oder aus anderen Gründen (Sport, Tanzen usw.) den Auslandsaufenthalt wählten, wurden nicht an die deutschen Schulen angenommen und sie müssen oder dürfen  nur die polnische Schule bei der Botschaft besuchen. Jetzt wird diesen Kindern auch das weg genommen. Aber die polnische Regierung vergisst, dass viele von diesen Kindern nach der Ausbildung nach Hause (Polen) zurückehren und dort für Polen arbeiten werden. Sie sind die Polens Zukunft und die Eltern leisten schon jetzt ihren Beitrag. Aber wie kann es Polen besser gehen, wenn die Ausbildungsmöglichkeiten  so ungewiss sind.

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Polen News
Ausgabe Nr.2 (114) vom 9. Januar 2012
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