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von Ewa Kamińska 06.01.2013

Autofahrer gegen Rostowski

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Autofahrer gegen Rostowski
Wenn jemand die polnische Geschichte kennt, weiß, dass Polen sich immer gegen die Regierenden aufgelehnt haben. Egal ob es sich um die 123 Jahre unter der Besatzung der drei Mächtigen handelte, oder danach um die Nazibesatzung oder nach dem Kriege im Kampf gegen Kommunisten, haben Polen immer Gesetze anders verstanden als der Rest von Europa. Immer gegen das Gesetz zu handeln, mit der slawischen Fantasie, sind polnische KFZ-Fahrer auf den Straßen gefahren. Ob es sich um Schnellrennen handelte oder einfach keine Verkehrszeichen beachten, war völlig egal. Hauptsache keine Regeln beim Autofahren.

Das hat auch schnell der polnische Finanzminister Vincent Rostowski festgestellt und im polnischen Haushaltsgesetz für 2013 wurden ca. 20 Mrd. PLN durch Strafzettel geplant. Schon die geplanten 12,5 Mrd. PLN für das Jahr 2012 sind ins Wasser gefallen, da nur 2,5 Mrd. PLN bis Ende September gesammelt wurden. Das bedeutet, dass alle uniformierten Formationen auf die Straßen gehen und Verkehrssünder raussuchen und aufspüren werden. Sowohl die Polizei als auch die Transportinspektion und der Zoll können jedem KFZ-Fahrer ein Straffzettel verpassen. Nicht zu vergessen die sog. "Fotoshop"-Kästchen an den Straßen und in den Orten. Die „gelben“ Gesetzhütter der Straßen werden jedem ein schönes Foto schießen und mit dem Strafzettel nach Hause liefern, besonders nach der Digitalkur der Systeme. Nicht umsonst wurden sie als "Rostowskis Geldautomaten" bezeichnet.

Auch wenn im Dienstwagen ein Mitarbeiter gesessen hat, muss er jetzt die Verkehrsvorschriften beachten. Sollte auf einmal "Alzheimer" unter den Verkehrssündern grassieren und keiner weiß, wer am fraglichen Tag gefahren ist, dann kann das Gericht bis zu 5000 PLN als eine Strafe verkünden. Die Gerichte nutzen auch diese Möglichkeit um das Haushaltsloch zu stopfen und in der letzten Zeit wurden Strafen von bis zu 3000 PLN auf Autobesitzer mit zeitlichen "Erinnerungslücken" ausgesprochen. Und das ist nicht das Ende der sog. Schutzmaßnahmen. Weitere werden jetzt vorbereitet und der Gesetzentwurf mit neuem "Tarif" soll bald über die Bühne gehen.

Das alles hat langsam dazu geführt, dass sich auch die Kraftfahrer zusammengerufen haben und beschlossen haben ordentlich und vorschriftsmäßig zu fahren, um den Strafen zu entkommen.

Wenn jemand in Polen in der letzten Zeit gefahren ist, hatte bemerkt, dass nur weniger in Eile sind und meistens sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten. Statt polnischer Fahrer werden auf den polnischen Straßen weiterhin litauische, ukrainische und russische Kraftfahrer zum Schreckgespenst der Verkehrsteilnehmer und für Spannung sorgen. Manchmal fahren zu schnell Autos mit deutschen Kennzeichen, die werden auch beim Aufhalten zur Kasse gebeten. Sollten Sie nicht vorschriftsmäßig fahren können, so müssen sie mit Strafzettel rechnen. Aber auf die slawische Fantasie kann man sich verlassen und es werden immer noch einige geben, die zu schnell fahren und für die ordentlichen Fahrer mitbezahlen können. Z.Zt. wird das Schnellfahren boykottiert und man ruft zu einer langsameren und geschwindigkeitsangepasster Fahrt auf. Also kein Wuder Polen können auch ordentlich fahren.

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Ausgabe Nr.2 (114) vom 9. Januar 2012
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