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Der polnische Mitarbeiter wird nicht den Arbeitsmarkt erschrecken
Der polnische Mitarbeiter wird nicht den Arbeitsmarkt erschrecken
von Ewa Kamińska, Izabella Ewa Cech, Björn Hensel 18. Oktober 2010
Achtung: Dieser Artikel wurde von mehr als 6 Monaten veröffentlicht.
Deutsche Medien warnen vor den polnischen Mitarbeitern und verbreiten immer mehr Gerüchte, der Markt wird von Polen überflutet. Alle bereiten sich auf die Öffnung des Arbeitsmarkes vor und alle Wissenschaftsstudien zeigen, dass Polen auf dem deutschen Markt Arbeit suchen werden, doch sie könnten sie sich auch täuschen und unnötigen Angst verbreiten. Nach den Angaben der statistischen Ämter haben in Deutschland im Jahr 2009 über 450 000 Polen gearbeitet. Meistens waren das die Seniorenpfleger, Putzfrauen und Haushalthilfen, auch einige Bauunternehmen konnten als Einzelunternehmen in Deutschland angemeldet werden. Neben den Saisonkräften kamen kaum oder keine Spezialisten aus Polen nach Deutschland. Immerhin wird der Trend für Putzfrauen und Seniorenpfleger sich weiter stark entwickeln. Viele Polen haben schon ihre Erfahrungen im Jahre 2004 nach dem EU-Beitritt gesammelt, nachdem sie in Irland, Großbritannien und in den Niederladen gearbeitet haben. Von denen, die damals ins selbstgewählte Exil gegangen sind, sehen nicht mehr so viele optimistisch in die Zukunft bei der Arbeitssuche in Deutschland. Mariusz verbrachte vor 3 Jahren ein halbes Jahr in Irland. Gleich nach dem Abitur hat ihn eine Arbeitsvermittlerin auf den Weg gebracht. Mit 1500€ in der Tasche ist er in die Unbekannte gefahren. Nach dem er in Dublin ankam stellte sich heraus, es wartet keine Arbeit auf ihn. Über 400 Bewerbungen hat der damals 19 Jahre alte Mann in Dublin verteilt. Nur einer hat angerufen. Eine Kneipe in Dublin hat ihn zuerst als Putzhilfe zu sich geholt. Danach konnte er schon kellnern und Gerichte servieren. Nach einem halben Jahr stellte er fest. Die Sehnsucht nach der Familie, nach der Heimat war zu groß und das verdiente Geld war nicht so viel wie erwartet oder versprochen. So beschloss er nach Hause zu fahren. Über die Suche nach Arbeit in Deutschland sagt er offen,“ was bringt mir das? Ich rechne es nicht 1:4 um sondern 1:1, da ich in dem Land lebe werde und dort alles vor Ort kaufen muss“. „Nein ich werde nicht nach Deutschland fahren“. Von der Reise nach Irland hat er Erfahrungen und Englischkenntnisse mitgebracht. Die haben ihm geholfen eine gute Arbeit in Polen zu finden. Jetzt kann er zusätzlich studieren und mit dem verdienten Geld nicht nur leben, sondern auch seine Studiengebühren bezahlen. Auch Mateusz verbrachte 3 Jahre in England. Er war so gut, dass er in die Leitungsebene der Fabrik aufstieg. Jetzt arbeitet er in einer Mine in Katowice und will nichts von der weiteren Möglichkeit der Arbeit in Deutschland hören. Neben dem Job studiert er Wirtschaft und mit den gesammelten Erfahrungen und Englischkenntnissen will er in der Zukunft sich eventuell selbständig machen. Die Arbeit in der Mine gefällt ihm und die Leitung ist mit so jungen Menschen zufrieden, die nicht nur Englischkenntnisse, sondern auch Berufserfahrung mitgebracht haben. „Nein ich werde keine Arbeitsstelle in Deutschland annehmen, ich will mit meiner Familie hier leben“, sagt er „ich werde dort doch keine 2 000 € auf die Hand bekommen, und wir müssen mit 1:1 rechnen und nicht mit 1:4“ fügt er zu. Die Studenten von den Grenzregionen, die schon ihre Erfahrungen im Ausland gesammelt haben sehen den „Überfall“ auf den deutschen Arbeitsmarkt eher skeptisch. Vielleicht werden die Menschen im ersten Jahr alle dahin wollen, die noch nicht im Ausland waren, weil sie immer noch 1:4 die Währungskurse umrechnen, wenn sie nach einem Jahr dann aber feststellen, dass sie nicht so viel gespart haben, werden sie nach Polen zurückkehren. Auf neue Arbeitsstelle hoffen jedoch die Arbeitsämter, sie wolle ihre „Bestände“ los werden und dank des prosperierenden deutschen Arbeitsmarktes ihre Arbeitslosigkeit abbauen. Vielleicht werden einige arbeitslose Lehrer eine offene Stellen finden, jedoch müssen sie sehr gut deutsch sprechen, um den Schüler den Stoff zu erklären. Die Arbeitsämter wollen jetzt für die Deutschkenntnisse spezielle Menschen ausbilden, die nach Deutschland gebracht werden um dort zu arbeiten. So wie bei einem Buchhaltungskurs, nachdem sowie so keiner Buchhaltung korrekt machen kann. Aber Kurs ist Kurs. Auch weniger Schüler wollen jetzt Deutsch lernen. Obwohl viele Studien zeigen, so viele Kinder lernen Deutsch, da sieht die Wirklichkeit ganz anders aus. Das demografische Tief wird langsam auch Polen erreichen und die Jugendlichen wolle mehr Englisch als Deutsch lernen. In Schlesien findet kaum eine Alternative statt, Deutsch als Fremdsprache wird fast gar nicht gelehrt. Für beide Sprache gibt es nicht immer genug Geld im dem Schulhaushalt . Das konnten schon einige Deutschlehrer am eigenen Leib spüren und versuchen in anderen Schulen noch zusätzlichen Stunden zu finden. Wie schwer es wird den richtigen Mitarbeiter zu finden werden deutsche Firmen bald spüren können. Gut ausgebildete Menschen werden nicht in jedem Fall den deutschen Markt erobern wollen und den Deutschen die Arbeitsplätze weggenehmen. Solche Berufe wie Pflegepersonal oder Haushaltshilfe werden immer gebraucht und auf dieses Personal können sich deutsche Arbeitgeber verlassen. Unsere Texte sind urheberrechtlich geschützt. Möchte Sie den Artikel auf Ihrer Internetseite oder anderen Träger veröffentlichen, erwerben Sie bitte eine Veröffentlichungslizenz.
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