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Auch mit 50 kann man noch Träume verwirklichen
von Izabella Ewa Cech 9. Mai 2011
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Es begann vor über 5 Jahren. Beide schon über 50 haben beschlossen gemeinsam ihren Traum zu verwirklichen. Teresa Szczesniak (60) und Ewa Robaszewska (65) eröffnen eine Schokoladentrinkstube. Mit einem schönen Ambiente, stylistisch an die Schokolade angepasst, haben sie vor über 5 Jahren beschlossen ins Geschäft einzusteigen Von der Idee bis zur Verwirklichung Die Idee eine Schokoladenstube aufzumachen, kam nach dem Besuch einer ihrer Freundinnen in Warschau, bei einem Besuch einer Wedel-Schokoladenstube. Die Möglichkeit eine heiße Schokolade zu trinken und nicht nur einen Kaffee brachte sie auf die Idee endlich den Traum zu verwirklichen. Schnell haben sie ein Lokal in der Altstadt in Glogow gefunden und sich auf die Eröffnung des gastronomischen Spezialbetriebes vorbereitet. Das Konzept der beiden Frauen wurde schnell schriftlich fixiert, die Kosten eingeschätzt und es begann die Suche nach dem Kapital. Die Suche gestaltete sich nicht einfach, aber das Kapital wurde von den beiden tüchtigen Frauen gefunden. Die Mittel haben sie auch gefunden Frau Teresa ist leicht Behindert und besitzt die dritte Stufe der Behinderungsgruppe, so dass sie sich um Mittel aus einem speziellen Fond bemühen konnte. Ihre Partnerin Ewa bekam das Kapital aus EU-Mitteln. Über eine niederschlesische staatliche Agentur hat sie die Mittel beantragt und zugeteilt bekommen, zusätzlich musste sie einige Stunden die Bank drücken, da die Auskehrung der Mittel mit einer Schulung verbunden waren. Danach haben beide mit über 40 000 PLN (ca. 10 000 €) ihren Traum umgesetzt. Von dem Behinderungsfond hat Frau Teresa ca. 20 000 PLN Darlehen bekommen und Frau Ewa ca. 15 000 PLN Darlehen. Das Eigenkapital von Frau Ewa betrug 5 000 PLN. So finanziell gerüstet, starteten beide Frauen in das Abendteuer, die Schokoladentrinkerei zu eröffnen. Hindernisse waren schon vorprogrammiert, aber auch die Hilfe kam Mit der Hilfe eines Architekturbüros haben sie das Lokal umgebaut. Von Anfang an spürten beide Frauen die feindliche Nachbarschaft, durch die Bewohner, des Hauses. Zu jeder Gelegenheit haben die Bewohner, eine Wohngemeinschaft des Hauses, Anträge bei den Behörden gestellt, um die geplante Tätigkeit zu stoppen. Nur dank der Ausdauer und Hartnäckigkeit beider Frauen haben sie den Umbau zu Ende geführt. Die Hausbewohner haben bei den Behörden ihre Forderungen gestellt, um den Frauen das Leben schwer zu machen. Ohne Fleiß keinen Preis. Die Frauen haben es geschafft. Damit sie wissen wie man die Trink-Schokolade zubereitet, haben sie sich mit Wedel in Verbindung gesetzt und von der Firma kam direkt ein Mitarbeiter, um den Frauen bei der Traumerfüllung zu helfen. Ohne zusätzlichen Kosten konnten die Frauen lernen, wie man die Wedel-Schokolade zum Trinken zubereitet. Als Geschenk von der Firma haben sie ein kompletten Satz von Schokoladentassen bekommen. Die Wedel-Schokolade wird jetzt zwar nicht mehr serviert, aber der guter Ruf der Firma ist geblieben. Nach dem Inhaberwechsel der Marke Wedel hat sich sehr viel geändert und die Firma ist nicht mehr das was sie früher war, erinnert sich Frau Teresa. „Früher waren sie zugänglicher, jetzt kann man vergessen irgendwelche Hilfe von Wedel erhalten zu können“, führt sie fort. Die Fortführung der Zusammenarbeit mit dem neuen Besitzer war leider nicht mehr möglich für die beiden Frauen, da die neue Politik in der Firma nach dem Wechsel eingeführt wurde und von einen freundlichen Unternehmen wurden bei Wedel wahrscheinlich andere Prioritäten eingesetzt. Leider müssen die Kunden statt Wedel Schokolade eine belgische Spezialität trinken. Der Eröffnungstag Endlich am 20. Mai 2005 haben beide Frauen ihr Schokoladencafé eröffnet. Zur Eröffnungsfeier kamen eingeladene Gäste und die lokalen Medien, die Gegner aus dem Haus waren auch geladen, aber nicht im positiven Sinne. Alle haben über die erste Schokoladentrinkerei in der Region berichtet. Gäste kamen extra aus Zielona Gora, Leszno oder Wroclaw nach Glogow, um eine heiße Wedel-Schokolade trinken zu können. Nach dem auch in diesen Städten ähnliche Trinkcafés geöffnet wurden, ist die Gästezahl gesunken. Die Stammgäste kommen immer noch. Wenn die Menschen Unterwegs nach Karpacz sind, dann machen sie extra ein Stopp bei der Schokoladenstube und genießen eine heiße Schokolade, die von Frau Teresa oder Frau Ewa zubereitet wird. Eis und andere süßen Leckereien werden im Café ebenfalls angeboten. Ausstattung und Ambiente ist das Werk beider Frauen. „Das ist unser Kind“, sagen beide Frauen und schade, dass es bald schon zu Ende sein wird. Immer mehr Hindernisse wurden in den Weg gestellt Nach ca. 4 Jahren wollten beide Frauen ihr Geschäft vergrößern. Es leben so viele ältere Menschen in der Stadt, so könnten doch sie zu Tanzabenden bei den Frauen erscheinen. Dazu brauchten die Frauen wieder eine Genehmigung der Hausbewohner. Diese Bewohner haben ausdrücklich Nein gesagt und die Stadtverwaltung hat dem nicht zugestimmt. Nach einiger Zeit wollten die Frauen Wein einführen, damit zu dem Kaffee, neben Eis und Kuchen auch ein Glas Wein angeboten werden kann. Diesmal haben die Bewohner erneut nicht erlaubt, dass das Alkohol im Lokal verkauft werden kann. Keine Musik, da sie Ruhe stört, kein Alkohol ( ausschließlich Wein) wurde auch nicht genehmigt, so haben die Frauen mit Schmerzen beschlossen „das Kind“ zu schließen. Das Ende naht Nach 6 Jahren haben die Frauen satt, gegen Windmühlen kämpfen zu müssen. Andere Restaurants verließen die Altstadt bereits schon früher und jetzt sind fast nur Geschäfte und Banken geblieben. „Bis 19 Uhr ist es noch was los hier“ - sagt Frau Teresa, aber danach ist eine Leere, wie in einem Western, wo auf der Hauptstraße der Wind die abgerissenen Kugelbüsche vor sich her treibt. „Wir haben nur noch bis 21 Uhr geöffnet und trotzdem haben wir nichts bekommen. Keine Musik, kein Wein, einfach nichts“- führen die Frauen fort. Mit so einer Unterstützung will man einfach nichts mehr tun haben und so denken nicht nur die Frauen. „Jetzt müssen wir alles verkaufen, die Innenausstattung und die Geräte, aber keiner will es haben, da hier keine Möglichkeit besteht dieses Geschäft fortzuführen“. Schade um die schöne Idee beider Frauen, aber das Leben zeigt, dass Menschen aus der 50plus Generation ihre Ideen und Träume verwirklichen können. Man muss nur daran glauben und alles tun, damit der Traum wahr wird. Obwohl das Lokal geschlossen werden muss, sieht man bei den Frauen die ganze Freude und Spaß, was diese Schokoladenstube gebracht hat. Vielleich auch nach der Schließung werde sie ihre Freude behalten können. Schade nur, dass solche Leute wie die Hausbewohner des Hauses in dem sich die Schokoladenstube befindet, diese Unternehmensentwicklung bremsen. Vielleicht das Recht der Mitbestimmung sollte anders ausgelegt werden. Bei solchen Nachbarn will man doch nichts machen. Die Genießer von heißer Schokolade können noch bis Mitte Juni in Glogow das Schokoladencafé, der ersten Stelle in der Region Niederschlesien, besuchen und den tüchtigen Firmenbesitzerinnen über die Schulter schauen. Aber bitte merken, die Glogauer Altstadt kann man nur bis 16 Uhr besuchen, danach wünschen sich die Bewohner Ruhe. Aber desto trotz werde ich noch bis Mitte Juni eine leckere Schokolade genießen können es lohnt sich . Unsere Texte sind urheberrechtlich geschützt. 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