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Die Gewerkschaften im Anmarsch

von Ewa Kamińska 10. Mai 2011
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Die Gewerkschaften im Anmarsch

Die letzte Woche brachte in Polen viel Wirbel um die Kämpfe auf den Straßen. Nicht nur die Hooligans haben der Regierung Sorgen gemacht, sondern auch die Gewerkschaften bei dem größten polnischen Unternehmen KGHM Polska Miedz SA. Über 46 Gewerkschaften sind in KGHM vertreten.

Die kosten den Riesenkonzern über 9 Mio. PLN jährlich. Zusätzlich müssen auch die Mitarbeiter zur Arbeit bei der Gewerkschaft entsendet werden. wenn eine Gewerkschaft über 1 000 Mitgliedern hat. So müssen pro 1000 Mitglieder 3 Mitarbeiter, bei vollem Gehalt, entsendet werden. Garnicht erst von den Gewerkschaftsräumen zu sprechen. Für solche Kosten wie Räume, Telefon und Büromaterial müssen auch vom Konzern bezahlt werden.

Die Gewerkschaft sammelt zwar die Beiträge, aber diese gehen auf die Protestaktionen wie Streik oder Demonstrationen. Besonders im Frühling wird diese Stimme des Volkes gespielt. Nach dem die Jahresabrechnungen abgeschlossen sind und die Geschäftsführung sich um das materielle Wohlbefinden des Unternehmens kümmern sollte, damit die Arbeitsplätze erhalten bleiben, dann kümmert sich die Gewerkschaft um ihr Geld. I

nvestitionen sind doch unnötig bei dem Unternehmen, warum sollte sich das Unternehmen sich entwickeln und die Arbeitsplätze absichern? Diese Fragen stellen sich die Gewerkschaften in der ganzen Welt und eigentlich weit weg von der Realität leben. Egal ob in Frankreich, Deutschland oder Polen haben die Gewerkschaften ein Ziel immer mehr und mehr Geld für ihre Mitglieder, damit die Beiträge steigen, egal was das kostet. Großbritannien als einziges Land ist von diesem Unsinn befreit worden. Margaret Thatcher, ehemalige Premierministerin, die auch Chemikerin und Juristin ist, hat dem Tony Blair Ordnung mit den Gewerkschaften gemacht. Vielleicht sollte man sich davon ein Beispiel nehmen.

Am Donnerstag den 5. Mai haben sich die Gewerkschaften bei KGHM gesammelt, um für 300,- PLN mehr Geld zu demonstrieren. Ca. 28 500 Personen arbeiten bei dem Konzern. Wenn man für jeden Beschäftigten 300 PLN als Gehaltserhöhung monatlich gebe würde, dann müsste der Konzern monatlich über 8,5 Mio. PLN zusätzliche Mittel für die Gehälter erwirtschaften. Im Jahr sind das über 102 Mio. PLN.

Der Geschäftsführer von KGHM Wirth hat stolz berichtet, wir konnten für das letzte Jahr 100 Mio. PLN Ersparnisse bringen. Jedoch statt dieses Geld in die Entwicklung der Firma zu investieren, wurde sofort von den Gewerkschaften eine Gehaltserhöhung gefordert und so kamen die Demonstranten zu den Gesprächen mit dem Vorstand von KGHM, mit Eier und Steinen haben sie den Vorstand beworfen. Die Polizei konnte zwar drei Menschen festnehmen, die sofort noch am Samstag verurteilt wurden, jedoch die anderen sind frei und wollen weiter demonstrieren.

Die Gewerkschaften kosten immer mehr Geld. Bei der Jastrzebska Spolka Weglowa gehen jährlich über 12 Mio. PLN für die Gewerkschaften drauf und die wollen auch nicht zulassen, dass die Firma auf der Börse privatisiert wird. Bei Orlen gehen jährlich über 1,5 Mio. PLN an die Gewerkschaften und auch diese wollen ständig demonstrieren.

Bei KGHM können die Menschen sich nicht beklagen. Statistisch gesehen, nach der Jahresbilanz der Firma, verdienen die Menschen durchschnittlich ca. 8,5 Tausend PLN (Landesdurchschnitt liegt bei 3 633 PLN). Trotzdem die Beschäftigten bei KGHM beklagen sich, dass sie monatlich auf die Hand nur 3,8 tausend Zloty bekommen. Als Beispiel, ein Hochschuldozent, mit Doktortitel, bekommt ca. 2,7 Tausend PLN auf die Hand.

Die KGHM-Mitarbeiter vergessen auch zusagen, dass sie eigentlich statt 12 Gehälter jährlich ca. 18 Gehälter bekommen. Eine Quartalsprämie, manchmal sogar Monatsprämien, Schulgeld für die Kinder das sog. Bleistiftgeld, Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld und das Barbara-Geld (ein Fest der Bergarbeiter sehr traditionell in Polen gefeiert in der Bergbaubranche). Das alle hat den Einfluss auf den Durschnittgehalt bei dem Unternehmen.

Nach den Ausschreitungen hat der polnische Premierminister Donald Tusk während der Pressekonferenz angekündigt „so wie ein Hooligan keinen Fußballfans nachahmen kann, so darf sich ein „Hooligan“ nicht als Gewerkschaftsvertreter ausgeben“.

Der Kampf um die Löhne geht weiter, aber ob wirklich so viel mehr mit den Gewerkschaften erreicht werden kann, ist fraglich.

Ab Freitag haben die Gewerkschaften den Streikt nach italienischer Art begonnen d.h man wird arbeitet, aber sehr, sehr langsam und vielleicht auch dadurch gründlicher.

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Ausgabe Nr.2 (114) vom 9. Januar 2012
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