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E-Maut macht Fehler
von Ewa Kamińska 7. November 2011
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Viele Unternehmen klagen über eine unzuverlässige Abrechnung der Mautgebühren in Polen. Das von der Firma Kapsch verwaltete System hat viele Tücken und berechnet den Unternehmen Strecken oft doppelt und dreifach. Über das Problem berichtet die Zeitung Rzeczpospolita. Viele Transportunternehmen sind mit der neuesten Berechnungsmethoden von ViaToll der Firma Kapsch nicht zufrieden. Einige Transportunternehmen haben die Berechnungen und Berichte ViaTolls unter die Lupe genommen und festgestellt, dass das selbe Fahrzeug an zwei Stellen gleichzeitig abgerechnet wurde. Praktisch unmöglich an beiden Stellen gleichzeitig zu sein, aber theoretisch scheint alles möglich zu sein. Die Berufsverbänder der Transportunternehmen fordern eine unabhängige Kontrolle des Systems und der angerechneten Mautgebühren. Die Firma Kapsch weist alle Vorwürfe zurück, da nur über 3 000 Beschwerden an die Firma eingegangen sind und das ist sogar weniger als 0,1 Promille der monatlich abgerechneten Mautgebühren (ca. 37 Mio.) aller Firmen. Die Firmen und Berufsverbände haben schon einen Brief an das Infrastrukturministerium, dass nach der Umwandlung und „Berufung“ der neuen Regierung als Transportministerium genannt werden soll, geschrieben. Ob der Minister, heute noch von Menschen gehasste Cezary Grabarczyk, eine unabhängige Kontrolle berufen wird oder sein Nachfolger, der nach dem 9. November benannt werden sollte, ist noch offen. Eins ist sicher die Transportinspektion wird die Kraftfahrer bestrafen, wenn die Mautboxen nicht richtig funktionieren. Ein Unternehmen, haben polnische Medien berichtet, wurde mit eine Strafe in der Höhe von 99 000 PLN (ca. 25 000 €) belegt. Grund – die ViaToll-Boxen haben nicht funktioniert und da pro eine Mautstelle eine Strafe in der Höhe von 3 000 PLN auf den Kraftfahrer gelegt werden kann, hat die Transportinspektion berechnet, dass er während seiner Fahrt 33 mal die Mautstellen überqueren hat und der Betrag wurde 33 mal multipliziert, auf 99 000 PLN. Bei einem anderen wurde beim Durchfahren der Mautstelle die Mautgebührt ca. 10 Mal berechnet. In dem gleichen Zeitraum so oft die Mautstelle überqueren zu müssen, können sich die Fahrer nicht vorstellen. Wie kann so etwas passieren? Egal ob es um Prepaid - Karten oder Postpaid- Karten geht, die Mautstellen berechnen die Gebühren doppelt und dreifach. Obwohl der Kraftfahrer die Strecke vorher berechnen und die Box entsprechend aufladen kann, bei einer doppelten oder dreifachen Berechnung kann das Geld natürlich nicht reichen. Eingerichtet wurden zwar nicht alle Mautstellen und viele provisorische Mautabrechnungsstellen werden mit einem Öltank betrieben. Die Firma Kapsch stört das nicht, da die Staatseinnahmen täglich steigen. Bis Mitte August dieses Jahres betrugen die Mauteinnahmen ca. 80 Mio. PLN (20 Mio. €). Mit den zusätzlichen Strafverfahren, die von der Polizei, Zoll, Grenzschutz und Transportinspektion aufgelegt werden, sichert sich der Staat zusätzliche Einnahmen. Dafür müssen die Unternehmen bezahlen. Die Unternehmensorganisationen haben schon einen Brief an Zollamt, Grenzschutz und Transportinspektion, mit einem Aufruf alle bevorstehende und laufende Strafverfahren wegen falscher Abrechnungen zu beenden, abgeschickt. Wie die Beamten reagieren werden, wird sich zeigen. Unsere Texte sind urheberrechtlich geschützt. Möchten Sie den Artikel auf Ihrer Internetseite oder anderen Träger veröffentlichen, erwerben Sie bitte Veröffentlichungslizenz. In diesem Thema:
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