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Polnisches Rezept auf die Staatsverschuldung

von Izabella Ewa Cech 27. November 2011
Polnisches Rezept auf die Staatsverschuldung
Die letzten Ereignisse, die Abstufung von Ungarn, haben einen starken Einfluss auf den Kurs des polnischen Zloty genommen. Gleich nach der Bekanntgabe durch die Moody´s Agentur, ist der Zlotykurs im Vergleich zu Euro und Dollar gesunken und wird von dem Forintkurs abhängig sein. Weitere Abstufung von Zloty kann der Höhe des Haushaltsdefizits schaden. Heute liegt das Haushaltdefizit bei 53%. Sollte der Kurs weiter sinken, dann kann es schnell auf 55-60% steigen.

Die Polen haben, wie immer, aus dieser Lektion gelernt. Sofort begann die Überlegung eine andere Abrechnungsmethode der Staatsverschuldung einzuführen. Die polnische Verschuldung besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil ist die Verschuldung, also die Schulden in Zloty. Den zweiten Teil bilden die Schulden in einer Fremdwährung. Diese betragen ca. 1/3 der polnischen Gesamtschulden.

Die andere 2/3 bilden die Schulden in der Nationalwährung Zloty. Diese Fremdwährungen, also ca. 200 Mrd. PLN, sind ein Gespenst für das Finanzministerium. Bei jeder Kurssenkung oder -steigerung der Fremdwährungsschulden können sie der Grenze von 55% des BIPs annähern oder sie überschreiten. Nach dem polnischen Gesetz über öffentliche Finanzen bilden die 55% eine Grenze der Nachhaltigkeit. Danach müssen Haushaltseinschnitte vorgenommen werden. Nicht nur werden die Kosten reduziert, sondern auch werden die Steuersätze erhöht oder neue Steuerarten eingeführt.

Um diese Warngrenze nicht zu überschreiten, wurden auf dem Markt Interventionen von der polnischen Zentralbank NBP und der Bank Gospodarstwa Krajowego vorgenommen. Zusätzlich hat das Finanzministerium überlegt eine neue Berechnungsmethode einzuführen, um den Zloty vor den Spekulationen besser zu schützen.

Bisher müssen die Staatsschulden mit dem Umrechnungskurs vom letzten Werktag des Jahres abgerechnet werden. Nach der neuen Methode sollen die Schulden nach einem Jahresdurchschnittskurs der Währung umgerechnet werden.

Diese Methode gefällt den Wirtschaftsexperten, da die polnische Währung vor den Spekulationen auf dem Markt besser geschützt wird. Man kann nicht voraussehen, wann der nächste Angriff stattfinden will. So können die Schulden in Ruhe geplant und umgerechnet werden. Als erste hat darüber die Tageszeitung Rzeczpospolita informiert. Danach haben die Medien das Thema weiterverfolgt und sich die Meinungen eingeholt.

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