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Die Ärzte haben gewonnen, jetzt streiken die Apotheker
Die Ärzte haben gewonnen, jetzt streiken die Apotheker
von Ewa Kamińska 6. Februar 2012
Nachdem die Proteste der Ärzte in Polen die Regierung gezwungen hat, das Super- Medikamenten-Gesetz zu ändern, kommen jetzt die Apotheker zu Wort und wollen jetzt gegen der Novelle vorgehen. Am Freitag den 13. Januar hat die erste Kammer des Parlaments - Sejm - die Novelle über das Gesetz Zuzahlung auf Medikamente verabschiedet. Nach der Novelle werden jetzt die Ärzte nicht zur Rechenschaft gezogen, wenn sie Rezepte für solche Kranken ausstellen werden, die nicht mehr versichert sind. Für die bisher ausgestellten Rezepte sollen Ärzte nicht mehr bestraft werden. Das Gesetz muss vorerst vom Staatspräsidenten unterschrieben und verkündet werden, damit es in Kraft treten kann, innerhalb von 14 Tagen nach der Verkündung. Der Staatspräsident hat schon das Gesetz unterschrieben und bald tritt sie in Kraft. In der Novelle wurde auch Abolition für die Apotheker eingeführt, die in der Zwischenzeit Rezepte mit dem Stempel „zur Entscheidung von NFZ“ (Nationaler Gesundheitsfond) mit der Ermäßigung, also Zuzahlung realisiert haben. Ca. 40 000 Ärzte von insgesamt 12 000 in Polen protestieren gegen das fehlerhafte Gesetz und geben auf den Rezepten den Stempel ein. Die Ärzte werden auch befreit, auf den Rezepten den Zuzahlungssatz zu vermerken, aber nur dann wenn der Zuzahlungssatz für den Apotheker und im Gesetz einheitlich ist. Die Medikamente werden in Polen in drei Stufen verordnet. Mit der Zuzahlung von 30%, 50% oder einem Pauschalpreis von 3,20 PLN. Die Ausnahme sind, die zwei unterschiedliche Preisangebote hat, für ca. 200 Medikamente, die mit einem anderen Preis für gelegenheitskranke und dauerkranke Patienten, verschrieben werden. Für die Ärzte werden jetzt Medikamente für krebskranke Kinder auszustellen möglich. Bisher durften die Ärzte nur diese Medikamente mit der Zuzahlung ausstellen, die bei der Anmeldung der Krankheiten genannt wurden. Hier konnten viele Kinder, die an Blutkrebs erkrankt sind, nicht von der Zuzahlung profitieren, da die Medikamente bei der Zulassung als für Erwachsene und nicht direkt für die Kinder zugelassen wurden. Dank der Novelle werden jetzt auch krebskranke Kinder von der Zuzahlungsmedikamenten profitieren können. Viele Medikamentenversuche wurden auf einer Gruppe der Erwachsenen durchgeführt und nicht bei Kindern, so dass viele Kinder der Onkologie oder Hematologie keine Chancen hatten, diese Medikamenten zu bekommen. Sowohl den Ärzten als auch kleine Patienten wird wahrscheinlich geholfen sein. Das Postulat, die Abolition, bei den Rezepten mit dem Stempel „Zur Entscheidung von NFZ“ auch für die Apotheker einzuführen, wurde von den Abgeordneten den Apothekern gewährt. Nach dem die Ärzte jetzt frei und problemlos ihre Rezepte ausstellen können und keine Verantwortung mehr tragen, wurde die Rechenschaft und Verantwortung auf die Apotheker übertragen, aber in einer anderen Form. Für jeden Fehler, der auf dem Rezept von den NFZ-Kontrolleuren gefunden werden, muss ein Apotheker eine Geldstrafe bezahlen und das Geld inklusiv der Verzugszinsen dem Gesundheitsfind NFZ zurückzuzahlen. Die Apotheker haben berechnet, dass bei einem fehlerhaften Rezept sie mit ca. 1 000 PLN (ca. 250 €) Strafe belegt werden können. Wenn man dazu noch die Gelder mit den Verzugszinsen zurechnet und die Kontrolle, die nach 5 Jahren noch stattfindet kann, ist schon ein gewaltiger Betrag, der die Apotheker in den Ruin führen könnte. Das wollten jedoch die Abgeordneten den Apotheker nicht gewähren und haben diese Vorschrift, die Abolition, für die Apotheker in diesem Bereich gestrichen. So haben die Apotheker beschlossen, gegen diese Vorschriften vorzugehen und haben über eine Woche zwischen 13-14 Uhr einen einstündigen Protest verkündet. Viele Apotheker machen mit und für eine Stunde werden ihre Apotheken geschlossen. Die Apotheker werden nicht locker lassen. Die Novelle muss noch durch die zweite Kammer, dem Senat, aber die für solche Entscheidungen der Regierung zahlen, werden, wie immer, die Patienten sein. Im Streit Regierung vs. Ärzte haben die Ärzte gewonnen. Die erste und wahrscheinlich die einzige Berufsgruppe, vor denen die Tusk-Regierung Angst hat. Benutzt haben auch die Apotheker. Diese Berufsgruppe gleicht die Verluste mit der Preiserhöhung für die Medikamenten ohne staatlichen Zuzahlung. So oder so krank werden in Polen kostet viel Geld und ist ein goldenes Geschäft sowohl für Ärzte als auch Apotheker. Unsere Texte sind urheberrechtlich geschützt. Möchten Sie den Artikel auf Ihrer Internetseite oder anderen Träger veröffentlichen, erwerben Sie bitte Veröffentlichungslizenz In diesem Thema:
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